Netz Niederösterreich Website Relaunch

Netz Niederösterreich - Website Relaunch

Die Netz Niederösterreich GmbH betreibt als Tochter der EVN Gruppe das Strom‑ und Gasverteilnetz für weite Teile Niederösterreichs und gehört damit zu den größten Verteilnetzbetreibern Österreichs. Ausgangslage war ein über Jahre gewachsener Webauftritt auf einer älteren Kentico Xperience Version mit .NET Framework – funktional, aber technologisch am Ende des Lebenszyklus und zunehmend schwer mit modernen Self‑Service‑Anforderungen zu verbinden. Ziel des Relaunchs war ein zeitgemäßer Markenauftritt, eine deutlich verbesserte Kundenzugänglichkeit – mit konsequenter Barrierefreiheit und durchgängiger Responsiveness auf allen Endgeräten als Kernanforderung – ein zukunftsfähiger Technologie‑Stack und ein digitales Service‑Portal, das zentrale Antragsprozesse für Endkundinnen und Endkunden vollständig online abbildet.

Projektvorteile auf einen Blick

  • Tokenbasiertes Designsystem als Single Source of Truth
  • Self‑Service‑Anträge digital und durchgängig automatisiert
  • WCAG 2.2 konforme, performante Plattform

Details

  • Kunde: Netz Niederösterreich
  • Projekt: CMS Relaunch
  • Technologie: Xperience by Kentico, .NET Core, Storybook, Figma, Azure
  • Hosting: Microsoft Azure
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Designsystem

Im Zentrum des Relaunchs steht ein eigens entwickeltes, tokenbasiertes Designsystem für Netz NÖ. Farben, Typografie, Spacings, Radien und Schatten sind als Design‑Tokens definiert und werden konsistent in Figma, Storybook und Xperience by Kentico ausgespielt. Der Workflow „Figma → Storybook → XbyK" hat sich dabei als verbindliche Pipeline etabliert: Design‑Entscheidungen entstehen kollaborativ in Figma, werden in Storybook als isolierte, dokumentierte Komponenten umgesetzt und gelangen erst dann in das CMS, wenn sie technisch, visuell und in Bezug auf Barrierefreiheit abgenommen sind. Das Ergebnis ist eine Single Source of Truth, die Redaktion, Design und Entwicklung dauerhaft synchronisiert.

Auf der Frontend‑Seite kommt eine moderne Architektur aus TypeScript und SCSS zum Einsatz. Komponenten sind modular, typisiert und über Tokens themable, ohne dass die Redaktion Code anfassen muss. Sämtliche Komponenten wurden gegen WCAG 2.2 AA entwickelt – Kontraste, Tastaturbedienbarkeit, Fokus‑Zustände und semantische Strukturen sind nicht nachträglich aufgesetzt, sondern Teil der Komponenten‑Definition. Für Netz Niederösterreich als öffentlich zugänglichen Versorger ist Barrierefreiheit damit nachvollziehbar im System verankert.

Migration

Parallel zum neuen Frontend wurde der Schritt von der älteren Kentico Xperience Version auf Xperience by Kentico vollzogen – inklusive der zugrundeliegenden Migration von .NET Framework auf .NET Core. Diese Umstellung bedeutet deutlich mehr als ein Versionssprung: Architektur, Hosting‑Modell und Erweiterbarkeit ändern sich grundlegend, und gewachsene Inhalte, Strukturen und Funktionen mussten in die neue Plattform überführt werden. Cyber‑Solutions hat dabei sowohl die Migration der bestehenden Inhalte als auch den Aufbau einer modularen Seitenstruktur verantwortet, die Netz NÖ in Zukunft eigenständig erweitern kann.

Die Plattform läuft vollständig in Microsoft Azure – sowohl das CMS als auch die Service‑Backends. Diese durchgängige Cloud‑Architektur kombiniert moderne .NET‑Core‑Eigenschaften wie Performance, Wartbarkeit und Skalierbarkeit mit den Vorteilen einer einheitlich verwalteten Umgebung und nachvollziehbarer Betriebsprozesse. Die konkrete Aufstellung in Azure wurde gemeinsam mit den IT‑Verantwortlichen von Netz NÖ definiert – inklusive europäischer Datenresidenz und der erforderlichen Sicherheits‑Mechanismen für den Betrieb im Kontext kritischer Infrastruktur.

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Service-Portal

Ein zentrales Projektziel war die Verbesserung der Kundenzugänglichkeit. Umgesetzt wurde dies in Form digitaler Service‑Formulare, mit denen Endkundinnen und Endkunden zentrale Anliegen direkt online abwickeln können – darunter Anträge auf Netzzugang (etwa für neue Anschlüsse oder PV‑Anlagen) und Zählerstand‑Meldungen. Was nach „nur einem Formular" aussieht, ist im Hintergrund ein durchgängig orchestrierter Prozess.

Die Eingangsverarbeitung erfolgt über Azure API Management, das die öffentlichen Endpunkte absichert, versioniert und über OpenAPI dokumentiert. Eingehende Anträge werden über Azure Service Bus entkoppelt in nachgelagerte Verarbeitungsschritte gegeben und dort von Azure Functions in die jeweiligen Fachprozesse weitergeleitet. Diese Architektur ist zustandslos, lastfähig und resilient gegenüber Spitzen – etwa wenn nach öffentlichen Förderankündigungen viele Netzzugangsanträge gleichzeitig eintreffen. Für Netz NÖ bedeutet das, dass digitale Anträge nicht nur erfasst, sondern strukturiert in die operative Prozesslandschaft eingespeist werden.

Lange dunkelbraune lockige Haare mit dezenten helleren Strähnen, schwarzer gerippter Pullover vor heller strukturierter Wand

Mit der neuen Plattform haben wir nicht nur unsere Website modernisiert, sondern unsere digitalen Serviceprozesse strukturell auf ein neues Niveau gehoben. Unsere Kundinnen und Kunden profitieren von schnellen, klaren Onlinewegen, unsere Redaktion arbeitet deutlich effizienter.

Martina Mild

/ Projektleiterin, Netz Niederösterreich

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Sicherheit

Als Verteilnetzbetreiber zählt Netz Niederösterreich zur kritischen Infrastruktur, was den Sicherheitsrahmen des Projekts deutlich anhebt. Die Plattform wurde von Beginn an gegen die OWASP Top 10 und einen erweiterten internen Anforderungskatalog entwickelt. Die öffentlich erreichbaren APIs sind über Azure API Management abgesichert, inklusive Token‑basierter Authentifizierung, Rate‑Limiting und sauber dokumentierter OpenAPI‑Spezifikationen. Innerhalb von Azure kommen Managed Identities, Azure Key Vault für Secrets und Private Endpoints für die Service‑zu‑Service‑Kommunikation zum Einsatz.

Vor Go‑Live wurden die exponierten Komponenten in mehreren Iterationen einem Penetrationstest unterzogen, ergänzt um interne Code‑Reviews und Security‑Audits durch das Netz‑NÖ‑Sicherheitsteam. Die Architektur folgt einer bewussten Risikologik: öffentliche Touchpoints wie CMS‑Auslieferung und API‑Endpunkte sind klar von den internen Service‑Prozessen getrennt und kommunizieren ausschließlich über abgesicherte, dokumentierte Schnittstellen. Das Ergebnis ist eine Plattform, die den erhöhten Anforderungen eines Energieversorgers strukturell – nicht nur dokumentarisch – gerecht wird.

Modernisierung

Mit dem Relaunch ist Netz Niederösterreich nicht nur visuell und technologisch auf einem aktuellen Stand, sondern strukturell zukunftsfähig. Das tokenbasierte Designsystem reduziert Reibungsverluste zwischen Design, Entwicklung und Redaktion und verkürzt die Time‑to‑Market für neue Inhalte und Module um 40 %. Die Umstellung auf .NET Core und ein moderner Frontend‑Stack zahlt sich auch messbar in der Performance aus, mit einer Verbesserung um rund 25 % gegenüber der Vorgängerplattform. Self‑Service‑Anträge sind nicht länger ein loses Anhängsel der Website, sondern Teil einer durchgängigen, sicheren Architektur, die sich um weitere Prozesse erweitern lässt – ohne dass dabei jedes Mal das gesamte System angefasst werden muss.

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Zahlen, die Wirkung zeigen!

Reichweite, Teamgröße und Projektdauer auf einen Blick – kompakt, nachvollziehbar, messbar.

2

Jahre Projektlaufzeit

40

% schnellere Time-tp-Market für neue Inhlate und Module

27

% bessere Performance gegenüber der Vorgängerplattform
Fabio König
Fabio König
Head of Business Development

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Frequently Asked Questions

Die bestehende Website auf einer älteren Kentico Xperience Version und .NET Framework war technologisch am Ende ihres Lebenszyklus und ließ sich nicht mehr wirtschaftlich um moderne SelfServiceFunktionen erweitern. Gleichzeitig wollte Netz Niederösterreich die digitale Kundenzugänglichkeit – inklusive Barrierefreiheit und Responsiveness – gezielt verbessern. 

Im Fokus standen ein zeitgemäßer Markenauftritt, eine deutlich verbesserte Kundenzugänglichkeit über digitale SelfServiceAnträge und der Wechsel auf einen zukunftssicheren TechnologieStack rund um Xperience by Kentico und .NET Core.

Das Designsystem ist tokenbasiert und modular aufgebaut. Farben, Typografie, Spacings, Radien und Schatten sind als DesignTokens definiert und werden über eine durchgängige Pipeline aus Figma, Storybook und Xperience by Kentico konsistent ausgespielt.

Die Kombination aus Plattformmigration (ältere Kentico Xperience Version → Xperience by Kentico, .NET Framework → .NET Core), neuem Designsystem und komplexen ServiceProzessen im Kontext einer kritischen Infrastruktur erforderte besondere Sorgfalt bei Architektur, Sicherheit und Testabdeckung.

Anträge wie Netzzugang oder ZählerstandMeldungen werden über Azure API Management entgegengenommen, über Azure Service Bus entkoppelt und in Azure Functions weiterverarbeitet. Die APIs sind über OpenAPI dokumentiert und mit Tokenbasierter Authentifizierung, RateLimiting und Managed Identities abgesichert.

Als kritische Infrastruktur muss Netz Niederösterreich nicht nur funktional, sondern auch betrieblich verlässlich aufgestellt sein. Microsoft Azure liefert dafür die nötige Skalierbarkeit, dokumentierte SicherheitsMechanismen (Managed Identities, Key Vault, Private Endpoints), europäische Datenresidenz und ein etabliertes Betriebsmodell, das gut zu den internen ITProzessen passt. Die Entscheidung wurde gemeinsam mit den ITVerantwortlichen von Netz NÖ getroffen. 

CyberSolutions verantwortete die technische Umsetzung der Plattform – von der Migration auf Xperience by Kentico und .NET Core über das tokenbasierte Designsystem inklusive Storybook bis zur Anbindung der ServiceBackends auf Azure und der Begleitung der sicherheitsrelevanten Abnahmen.